22. Mai 2012

Tust Du das, was Du tun willst?


Isst Du, wenn Du Hunger hast? 
Schläfst Du. wenn Du müde bist? 
Schweigst Du, wenn Du schweigen möchtest?
...oder passt Du Dich in jedem Augenblick dem an, was Du oder andere von Dir erwarten?

Viele Menschen sind unzufrieden, weil sie etwas tun, was sie eigentlich nicht tun möchten.

Beispiele: 
Eine Frau, die gern Gewicht abnehmen möchte und jeden Abend viele Süssigkeiten in sich hinein stopft.... Ein Mann, der früh schlafen gehen will und dennoch gelangweilt bis spät in die Nacht am Fernseher herum zappt....
Ein Kind, das gern eine gute Note einheimsen möchte und statt zu lernen am Computer spielt...

Sicher kennst Du auch viele solche Beispiele.
...und wenn Du genau schaust, kannst Du das ein oder andere ungeliebte Verhalten sogar bei Dir selbst finden.

Warum tun Menschen, was sie eigentlich gar nicht tun möchten? 
Wieso werden Verhaltensweisen gelebt, die Ärger oder Unzufriedenheit auslösen? 

Meine Meinung: 
Hinter jedem unerwünschten Verhalten kann sich ein seelisches Grundbedürfnis verbergen, das auf negative Art befriedigt wird.

Bleiben wir einen Augenblick beim Beispiel der Naschkatze die sich mit Süssigkeiten voll stopft.
Wünscht sie sich möglicherweise mehr Aufmerksamkeit?
Da ihr dieser Wunsch im Moment nicht bewusst wird oder sie keine Möglichkeit sehen kann, wie sie sich ihr Wunsch erfüllen lässt, verschafft sie sich (quasi als Ersatz) gute Gefühle durch die Süssigkeiten, die sie sich einverleibt.
Als Nebeneffekt bekommt sie vielleicht sogar tatsächlich mehr Aufmerksamkeit, wenn ihr ihre Umgebung (vermutlich wenig schmeichelhaft) spiegelt und verbalisiert, dass sie als zu dick empfunden wird.

Wird das seelische Bedürfnis dadurch befriedigt?
Nicht wirklich! Möglicherweise stellt sich für kurze Zeit ein entlastendes Gefühl ein.
Oberflächlich betrachtet, decken die (vermeintlich) guten Gefühle (Genuss der Süssigkeiten) das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit zu.
Durch gute Gefühle (auch wenn sie schädlich sind) wird ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit für kurze Zeit übertüncht und ist in diesem Augenblick nicht mehr wahrnehmbar.
Die Aufmerksamkeit für das Übergewicht allerdings, wird sie vermutlich unangenehm empfinden.
Vielleicht wird die Frau wieder neue Ersatzhandlungen ausführen, um unangenehme Gefühle (Ärger und Wut auf sich selbst) auszugleichen?

Gibt es in Deinem Alltag möglicherweise auch Verhaltensweisen die Dich belasten?
Wie kannst Du Dein Bedürfnis auf positive Art und Weise befriedigen?
Was tust Du, damit Deine Gefühle besser und besser werden können?

Mein Tipp:
Entspanne Dich und schau Dir Dein Verhalten aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln an.
Was willst Du wirklich?
Was hindert Dich?
Was kannst Du tun?

Du hast die Wahl und besitzt die Freiheit Dich zu entscheiden.
Mach Dich aktiv auf die Suche nach besseren Strategien und Handlungen, die Deine seelischen Bedürfnisse auffüllen und befriedigen können.

Übrigens:
Du hast die Verantwortung für Deine Gedanken, Worte und auch Taten.
...und nur Du kannst Dich mit Dir und Deinem Leben wohlfühlen.

Sind eigentlich alle "Laster" verkleidete seelische Grundbedürfnisse?
Nach meiner Erfahrung gibt es auch viele andere Gründe, warum ein (möglicherweise) schädliches Verhalten ausgeführt und aufrecht erhalten wird. Lust, Neugier, Freude, Spaß, sinnliche Freuden sind menschliche Eigenschaften und können Bewusstsein (und zeitweise auch den Verstand) in den Hintergrund drängen.

Falls Du (schädliches) Verhalten ausleben und behalten möchtest, empfehle ich Dir (auch öffentlich) zu Deiner Handlung zu stehen.
Die (schädliche) Wirkung Deines Verhalten verändert sich nicht, wenn Du Dich und Deine Handlung versteckst. Im Gegenteil. Durch Heimlichkeiten (Verstecken) können neue (schädliche) Glaubenssätze entstehen und Dein Selbstwertgefühl empfindlichen Schaden nehmen.

Falls Du selbst nicht fündig werden kannst, stehe ich Dir gern mit Rat und Hilfe zur Verfügung.

Ich wünsche Dir Zufriedenheit und Dankbarkeit für all das Gute, das Dir täglich begegnet. 
Mach das Beste aus Deinem Leben!
Besser und besser, 
Gaba

Kommentare:

Rabenzicke hat gesagt…

Hallo Gaba,

vielleicht möchte die Naschkatze ja gern Süßigkeiten essen, läßt sich aber durch die gesellschaftlichen Normen ein schlechtes Gewissen machen. Und dem Internethopper ist es auch eventuell nicht so wichtig, früh zu Bett zu gehen. Auch er ist vielleicht nur ein Opfer der *man macht das aber so* - Mentalität.

Angepasst die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund stellen, um der Gesellschaft ein wertvolles Mitglied zu sein - ist kontraproduktiv und fördert durch das schlechtes Gewissen sicherlich erst recht weitere unbefriedigte seelische Bedürfnisse.

Liebe Grüße
Rabenzicke

Gabaretha hat gesagt…

Liebe Rabenzicke,
vielen Dank für Deine Gedanken.

Das Naschen war hier nur als Beispiel gedacht. Ich finde Naschen herrlich.
Wenn sich allerdings der naschende Mensch körperlich schädigt (vielleicht weil er Zucker schlecht vertragen kann), scheint es mir wenig sinnvoll, sich hinter dem "Nasch-Bedürfnis" zu verkriechen. Mit dem Beispiel wollte ich keine "gesellschaftlichen Normen" stärken, sondern zeigen, dass hinter einem ungesunden (schädigenden) Bedürfnis möglicherweise ein sehr gesundes, seelisches Bedürfnis wohnen könnte. Wenn dieses "gesunde" Bedürfnis erfüllt werden kann, können daraus viele gute Gefühle entstehen.

Ich wünsche Dir einen guten Tag mit vielen guten Gefühlen.
Viele liebe Grüße,
besser und besser,
Gaba

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