7. September 2011

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Cool!

Bist Du sehr emotional und lässt Dich von äußeren Umständen lenken?
...oder siehst Du Dich eher cool und reagierst auf Herausforderungen stets überlegt und rational?
Bist Du immer nur cool?
...oder kannst Du manchmal so richtig (kitschig) emotional sein?


Gestern hatte ich in meiner Praxis ein nettes
(Erst-)Gespräch mit einem Menschen, der sich selbst als sehr "cool" einschätzt. Mit seiner freundlichen Erlaubnis, möchte ich Dir ein wenig davon berichten.

Folgender Dialog hat sich (in etwa) so abgespielt:

Klient: "Ich lasse mich im Alltag nicht aus der Ruhe bringen und bevor ich mal hektisch werde, muss schon die ganze Welt in Trümmer gehen!"

Ich: "...und was versprichst Du Dir von dem Besuch bei einer Entspannungstherapeutin? Was kann ich für Dich tun?"

Klient: "Ich habe oft Kopfschmerzen und fühle mich manchmal schlapp. Ich habe einfach zu viel um die Ohren. Meine Zeit reicht nicht für meine Aufgaben aus und ich erhoffe mir eine Strategie, wie ich mich besser organisieren kann. Zudem habe ich Kollegen, die mich eher bei der Arbeit behindern und einen Chef, der Unmögliches von mir einfordert."

Merkst Du was? ;-)

Mein Blickwinkel:
Äußere Coolness und Gelassenheit verhindern, dass der gestresste Mensch seine Belastung zeigen kann.
Er fühlt sich belastet und ist aber nicht in der Lage, seine Überforderung (verbal oder affektiv) zu signalisieren.

Jede Belastbarkeit hat Grenzen und wer (äußerlich) cool alle Belastungen weg steckt, kann keine Grenzen setzen oder zeigen.
Ein Pokerface ist kein Merkmal für eine entspannte Lebensweise.
Wird der innere Druck (unbewusst) verdrängt, staut er sich (unbemerkt) auf und sucht sich dann häufig körperliche Ventile.

Sehr interessant fand ich im weiteren Gespräch, dass der Klient auch in seinem Privatleben lieber Konflikte vermeidet (aus dem Weg geht...) und auch dort nur wenig Grenzen setzt...

Meine Meinung:
Authentizität macht erfolgreich!
Obwohl besonders in der Arbeitswelt die "Coolness" häufig als wertvoll betrachtet wird, lässt sich sehr deutlich beobachten, dass erfolgreiche Menschen meist sehr hervorstehende und auffällige Ecken und Kanten besitzen.
Ein bewusst erzeugtes Selbst-Bild (Fassade) kann im Außen nur so lange aufrecht erhalten werden, bis der innere Druck zu hoch wird und dadurch die äußere Fassade zu bröckeln beginnt.

Fehler zugeben?
Menschliche Schwächen zeigen?
...gehört nach meiner Auffassung zu jedem (lebendigen) Menschen und wird auch von anderen Menschen häufig als Stärke wahrgenommen.

Mein Tipp:
Sei nicht nett, sei echt!
Sprich aus, was Du auf dem Herzen hast.
Wenn Du versuchst ein "perfektes" Bild von Dir zu erzeugen, musst Du sehr streng zu Dir sein und erzeugst Spannung.
Achte auf Dich und Deine Gefühle und zeige Deiner Umgebung wie es Dir geht.
Deine Gefühle sind wertvolle Hinweise aus Deinem unbewussten Persönlichkeitsteil.

Beispiel: Angst
Angst entsteht häufig aus Angst, jetzt Angst zu bekommen. (Angst vor der Angst)
Wenn Du Dein Umfeld von der Angst informierst, löst sich die Spannung bereits auf.

Affirmation für positives Selbstbild:
Ich bin ok und gut so, wie ich bin.
Alle meine Gefühle gehören zu mir und haben eine Berechtigung.
Ich nehme mich so, wie ich bin, mit all meinen Stärken und Schwächen.
Ich bin dankbar, dass ich ich bin.

Übrigens:
Wenn Du Dich allein und getrennt von Deiner Welt (und den Menschen die Dich umgeben) wahr nimmst, entstehen oft hinderliche Mauern.
Besser:
Ich bin ok - und Du bist ok - und Alles ist verbunden.

Ich wünsche Dir viele gute Emotionen, die Du offen Deinen Mitmenschen zeigen kannst.
Besser und besser,
Gaba

Kommentare:

Dori hat gesagt…

Liebe Gaba,
was für ein schöner Beitrag. Dieser hätte vor ein paar Monaten noch total auf mich zugetoffen.
Was ich aber gelernt habe inzwischen - auch von Dir - ist, authentisch zu sein.
Nein, das ist nicht das richtige Wort: ehrlich zu sein.
So kann ich einmal ein Treffen ablehnen, weil es mich unter Druck setzen würde, wenn ich diesen Termin wahrnehme. Nur ein Beispiel. Ich habe immer mehr meine Fassade abgebaut, ich will nicht toll und cool sein.
Ich kann auch sagen: hey Du, ich hab jetzt gerade nicht die finanziellen Mittel, mit Dir diese Unternehmung zu machen, aber in zwei Wochen habe ich sie wieder, wie wärs denn dann?
Oder: nein, diesen Job, den ich da angeboten bekomme, den möchte ich nicht. Der würde mir keinen Spass machen, da sehe ich mich nicht.
Das kommt supergut an!
Die Menschen in meinem Umfeld mögen mein Klarheit.
Aber ich war ja auch mal so obercool, wie Du weißt.
Liebste Abendgrüße von Dori

Gabaretha hat gesagt…

Liebe Dori,
ich danke Dir von Herzen für Deinen schönen Blickwinkel und Deine Meinung. Aus meiner eigenen Erfahrung (aus meinem "früheren Leben" ;-) kenne ich nur den Impuls zu gut, andere Menschen von sich einnehmen und für sich beeindrucken zu wollen. (Ich denke, das tut jeder irgendwie, der auf einer Bühne steht) Aber auch da hatte ich den größten Erfolg, wenn mir meine "Wirkung" ganz egal war und ich mich auf mich und meine Gefühle konzentriert habe.
Ich freu mich, dass Du Deine, mittlerweile unnötigen, Fassaden abreissen konntest und ich finde: cool bist Du auch ganz ohne ;-)
Ich wünsche Dir viel Erfolg (und ich weiß, dass Du den haben wirst!) mit allem was Dir Freude macht und Deinen Vorstellungen entspricht.
Viele liebe Sonnengrüße aus dem finsteren Isartal,
besser und besser,
Gaba

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