27. Januar 2013

#Aufschrei - Bickwinkel

Frage an die Frauen:
Fühlst Du Dich von männlichen Blicken gestört?
Wie reagierst Du, wenn ein Mann Dir zu nahe kommt?
Wie gehst Du mit aufdringlichen Männern um?

Frage an die Männer:
Sprichst Du mit Frauen anders als mit Männern?

Was denkst Du von einer Frau, die gerne einen Minirock trägt?
Glaubst Du, dass Frauen "JA" meinen, wenn sie "NEIN" sagen?

Eigentlich wollte ich mich in die Diskussion um den #Aufschrei, der momentan im www vielfältige Blüten treibt, nicht einmischen. Jeder Mensch ist wie er ist und so darf er natürlich auch sein.
Andererseits schreckt mich die Wucht der öffentlichen Diskussionen auf - und deshalb will ich auch meine Gedanken gern beisteuern.

Der Kern des Problems?
Frauen fühlen sich durch Aktivitäten von Männern belästigt.
Die Grenzen dürften dabei individuell sehr verschieden verlaufen.
Lässt sich von manchen Frauen hören, dass ein "anzüglicher" Blick oder ein Kosewort wie "Süße" als sexistischer Angriff gewertet wird, berichten andere Frauen von körperlichen Berührungen mit eindeutig sexueller Absicht.
Die Bandbreite und Unterschiedlichkeit der Erfahrungen ist riesig.
Also wird es vermutlich auch keine einzig richtige Antwort dafür geben.

Welche Absicht steht hinter der Diskussion?
Wird sie geführt, um generell (in diesem speziellen Fall die Männer) anzuprangern oder eine Verbesserung zu erzielen? Da ich das Positive voraussetzen möchte, gehe ich in meinen Gedanken davon aus, dass es um eine Verbesserung dabei geht.

Die Frage der Schuld
Wie so häufig bei Konflikten und Problemen steht auch in der öffentlichen Diskussion die Frage nach Schuld im Vordergrund.
Sind Frauen schuld, weil sie sich schminken und aufreizend anziehen?
Oder sind Männer schuld, die ihre eigenen Grenzen nicht kennen?

Nach meiner Ansicht führt die Fragen nach Schuld zu keiner tatsächlichen Verbesserung, sondern erzeugt ausschließlich unangenehme Gefühle.

Viele Stimmen prangern die mangelhafte Erziehung an.
Ist es tatsächlich so, dass Männer, die sich übergriffig verhalten, nicht richtig erzogen wurden?
Müssen kleine Jungs tatsächlich erst lernen, wie sie mit kleinen Mädchen umgehen sollen?
...oder wäre es nicht viel besser endlich Jungs und Mädchen dabei zu unterstützen, dass sie sich zu einem denkenden, verantwortungsvollen Menschen entwickeln dürfen?

Meine Meinung:
Wir brauchen keine Männer, die dafür bestraft werden, dass sie Männer sind, sondern starke Frauen, die sich behaupten und Grenzen setzen können.

Da ich eine Frau bin, kann ich nur meinen weiblichen Blickwinkel einnehmen und will Dir gern erklären wie ich ticke.
Ich trage, besonders im Sommer, gern bunte Farben, auch hin und wieder einen Minirock, Schuhe mit hohen Absätzen und ich schminke mich wenig, aber gerne. Ich habe gern lange Fingernägel und manchmal (wenn ich lustig bin) streiche ich sie mir sogar rot an. Ich achte auf mein Äußeres und fühle mich gern gepflegt.
Das tue ich für mich. Weil ich mich so schöner und wohler fühle.
Ein Minirock ist für mich keine Waffe, die ich benutze, um fremde Männer sexuell aufzufordern oder zu erregen. Der Minirock unterstreicht das, was ich besonders gut an mir finde: meine Beine.

Wenn ein Mann mich anlächelt, freue ich mich darüber - genau so wie bei einer Frau.
Wenn ich bemerke, dass ein Mann aus sexuellen Motiven auf mich aufmerksam wird, liegt es an mir, wie ich mit der Aufmerksamkeit umgehe. Ich kann empathisch und höflich ein "NEIN" signalisieren. Falls meine Signale aber nicht ankommen oder nicht aufgenommen werden, kann ich  aber auch deutlich aussprechen, dass ich das nicht möchte. Bei Männern, die ihre eigenen Grenzen nicht kennen und sich mir aufdringlich nähern, setze ich bewusst meine Grenzen. Ich schütze mich.
Meist finde ich schön und genieße, wenn andere Menschen mir Aufmerksamkeit schenken.
Wenn ich das aber nicht will (es gab schon mal ein paar solche Tage!), dann sieht man mir das vermutlich an.

Jeder Konflikt will und kann gelöst werden, wenn ich ihn unverzüglich anspreche und aktiv handle.

Andere Länder andere Sitten
In anderen Ländern wird das Spiel mit Flirt und sexuellem Reiz völlig anders gespielt und auch bewertet.  Während Frauen in manchen Ländern verhüllt und verschleiert in die Öffentlichkeit gehen, gibt es auch Länder, wo ein freier Bauchnabel, high heels oder rote Lippen keine Aufforderung zu sexueller Freizügigkeit und Übergriffigkeit darstellen.
Werden dort tatsächlich die Männer anders erzogen?
...oder nicht doch eher die Menschen im Allgemeinen?

Mein Tipp:
Auch bei diesem Thema hilft Entspannung!
Liebe Männer, hört bitte nicht auf, uns Frauen zu zeigen, wenn ihr uns attraktiv findet und achtet auf weibliche Signale..
Liebe Frauen, bitte zeigt Euch so, wie es Euch gefällt und habt keine Scheu vor einem klaren und deutlichen "NEIN".

Über Deine persönliche Meinung und einen Kommentar von Dir, freue ich mich.
Auch konträre Blickwinkel werden gerne angenommen!

Ich wünsche Dir viele gute Gefühle, so wie Du sie fühlen kannst.
Besser und besser,
Gaba

Kommentare:

Nina hat gesagt…

Hallo Gaba,

erst gestern haben mein Mann und ich darüber geredet. Stell dir vor, die Männte machen keine Komplimente mehr weil sie Angst haben, dann als sexistisch abgestempelt zu werden. Wieviele Frauen bräuchten dann eine "Therapie", weil sie sich nicht begehrt fühlen? (im übertriebenen Masse gemeint)

Ich war vor kurzem auch in so einer Situation. Bei unserer Firmenweihnachtsfeier war der Oberkellner ein Kärntner. Ich habe mich gefreut wie blöd, wieder mal meine Heimatsprache zu hören und habe mich mit ihm unterhalten. Beim Verabschieden sagte ich zu ihm, dass ich vielleicht mal mit meinem Mann zum Essen kommen würde. Und er erwiederte, es wäre ihm lieber, wenn ich alleine kommen würde.

Ich habe das nun nicht als sexistisch aufgefasst, sonder mich geschmeichelt gefühlt.

Wenn ein Mann sowas zu einer Frau sagt, gibt es wahrscheinlich 3 Gründe:
-er ist so besoffen, dass er nicht weiss, was er sagt.
-er ist so notg..l, dass er es zu jeder sagen würde, oder
-er findet mich attraktiv.

Ich würde mir letzteres für mich aussuchen, weil es meinem Selbstwertgefühl guttut und ihn nicht an den Pranger stellen.

Alles Liebe
Nina

Gabriele Bauer hat gesagt…

Liebe Nina,

vielen Dank für Deinen Kommentar und Deinen Blickwinkel.
Die Diskussion um den #Aufschrei hat nach meiner Auffassung (wie alles) zwei Seiten:
Als positive Seite empfinde ich, dass die Öffentlichkeit sensibilisiert wird und dadurch anders (besser) reagiert, wenn ein Mensch einem anderen gegenüber übergriffig oder unverschämt wird.
Die negative Seite sehe ich, wenn Menschen davor Angst haben, ihr Interesse oder Sympathie auszudrücken, weil ihnen das als Anmache oder Angriff ausgelegt werden kann.

Ich sehe das so: Wenn jeder den anderen so behandelt, wie er selbst behandelt werden möchte, wären solche Diskussionen ganz und gar überflüssig.

In diesem Sinne wünsche ich mir und auch Dir, eine schöne und bunte Welt, wo die Menschen sich verstehen und miteinander leben.

Viele liebe Grüße aus dem Isartal,
besser und besser,
Gaba

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